Heroenkulte in Griechenland von der geometrischen bis zur by David Boehringer

By David Boehringer

Die Einsicht, daß Heroenkulte als zeitlich bedingtes Phänomen aufgefaßt werden müssen, nicht als zeitloses Faktum der griechischen faith, ist der Horizont, vor dem D. Boehringer seine Untersuchung durchgeführt hat. Da insbesondere für die geometrische und die archaische Epoche kaum Schriftquellen zum Thema vorliegen, hat der Autor das gesamte archäologische Fundmaterial von Heroenkulten - vor allem aus mykenischen Gräbern - als Grundlage seiner Interpretation erfaßt.
In deren Mittelpunkt steht die gemeinschaftsstiftende Funktion der Heroenkulte für verschiedene Gruppen der Gesellschaft. D. Boehringer versucht, aus dem Charakter der archäologischen Funde auf die jeweiligen Kultgruppen zu schließen. Deren Auftauchen und Verschwinden interpretiert er im Rahmen der gesellschaftlichen business enterprise - des Staatswerdungsprozesses - in dieser für die Geschichte der Griechen wichtigen, prägenden Zeit.

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Das erste ist die bereits erwähnte „primäre Lokation im häuslichen Bereich des sozialen Lebens". Der Unterschied zur bloßen Verehrung von Verstorbenen besteht darin, daß „der Ahn Anerkennung erhält, insoweit seine legitimen Deszendenten existieren und als solche designiert werden". Zweitens wird der Ahn „in seiner Eigenschaft und geistigen Fähigkeit als Ahn" in die Welt der Lebenden eingegliedert, was materiell sichtbar wird in Ahnentafeln, Schreinen und kleinen Altären in Häusern. Mit 1 2 3 Nilsson 1967, S.

Eine Veränderung ist im Hellenismus festzustellen. Hier fand nicht nur eine Ausweitung der traditionellen Heroisierungskategorien statt, sondern kam es in den Rollen des Soter und Euergetes auch zu Vergöttlichungen lebender Herrscher, die für ihre Verdienste um eine Stadt ge- und verehrt wurden; dazu Ch. Habicht, Gottmenschentum und griechische Städte, München 21970. Zum Die 3 4 Walter 1953; Körte 1896, S. 310-313. Breiich 1958. 1. 4. Definitionen und Klassifikationen 37 ohne Zweifel konnten auch Heroen mit Eigennamen die Aufgaben von Funktionsheroen erfüllen.

1 In der fünften Gruppe zählt Farnell die Heroen des Epos auf und wendet sich gegen die zu seiner Zeit weit verbreitete These, auch bei diesen habe es sich ausschließlich um herabgesunkene Götter gehandelt. Im Gegenzug kommt er zu der erstaunlichen Einsicht, der trojanische Krieg sei ein historisches Ereignis gewesen und bei den homerischen Helden handele es sich um mythisch verklärte, historische Personen. Dem Epos schreibt er eine große Bedeutung für die Verbreitung von Heroenkulten zu. Alte Gräber seien, vom Epos inspiriert, als letzte Ruhestätten der homerischen Helden gedeutet worden und hätten einen Kult angezogen.

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